Regeln der Leichten Sprache

Leichte Sprache hat feste Regeln, die vom Netzwerk Leichte Sprache und weiteren Fachstellen entwickelt wurden. Sie betreffen Wortwahl, Satzbau, Zahlen, Bilder und Layout und sollen sicherstellen, dass Texte für Menschen mit Lernschwierigkeiten und andere Zielgruppen gut verständlich sind. Die Regeln sind keine Gesetze, bilden aber die anerkannte Grundlage für die praktische Umsetzung von Leichter Sprache in Deutschland.

Hinweis: Die Regeln der Leichten Sprache sind keine gesetzlichen Vorschriften, sondern Empfehlungen des Netzwerks Leichte Sprache. Sie bilden jedoch die anerkannte Grundlage für die Umsetzung in der Praxis.

Wortschatz und Begriffe

  • Es werden einfache, bekannte Wörter verwendet; schwierige oder abstrakte Begriffe werden vermieden oder erklärt.
  • Fachwörter und Fremdwörter sollen nur genutzt werden, wenn sie unbedingt nötig sind; dann müssen sie direkt im Text erklärt werden.
  • Abkürzungen werden nach Möglichkeit ausgeschrieben; wenn sie benutzt werden, werden sie beim ersten Auftreten vollständig erklärt.
  • Redewendungen, Metaphern und bildhafte Sprache werden vermieden, weil sie für viele Leserinnen und Leser schwer verständlich sind.

Sätze und Struktur

  • Sätze sind kurz und enthalten möglichst nur eine Information.
  • Es werden aktive Formulierungen bevorzugt; Passivformen, Genitiv und Konjunktiv werden möglichst vermieden.
  • Es gibt keine verschachtelten Sätze; Einschübe und Nebensätze werden in eigene Sätze aufgeteilt.
  • Texte folgen einer klaren Struktur mit nachvollziehbarer Reihenfolge der Informationen.

Zahlen und Daten

  • Zahlen werden in der Regel als Ziffern geschrieben, nicht ausgeschrieben.
  • Sehr große Zahlen oder weit zurückliegende Jahreszahlen werden vereinfacht, zum Beispiel durch Formulierungen wie „sehr viele" oder „vor langer Zeit".
  • Datumsangaben, Uhrzeiten und Telefonnummern werden so geschrieben, dass sie leicht erfasst werden können; je nach Kontext können unterschiedliche Schreibweisen sinnvoll sein.

Bilder und Grafiken

  • Bilder und Grafiken sollen den Text inhaltlich unterstützen und wichtige Aussagen veranschaulichen.
  • Es werden möglichst keine rein dekorativen Bilder ohne Bezug zum Text verwendet.
  • Bilder müssen gut erkennbar sein, eine ausreichende Qualität haben und klar zum zugehörigen Textabschnitt passen.
  • Bildunterschriften oder kurze Beschreibungen helfen, den Inhalt des Bildes zu verstehen.

Layout und Formatierung

  • Texte in Leichter Sprache werden linksbündig gesetzt; Blocksatz wird vermieden.
  • Es wird eine gut lesbare, schlichte Schrift mit ausreichend großer Schriftgröße verwendet.
  • Zwischen den Zeilen ist ausreichend Abstand (zum Beispiel Zeilenabstand 1,5), und Absätze werden klar voneinander getrennt.
  • Jeder Satz steht in der Regel in einer eigenen Zeile; Satzteile, die zusammengehören, werden nicht über Seitenumbrüche hinweg getrennt.

Häufige Fragen zu den Regeln

Wo finde ich die offiziellen Regeln der Leichten Sprache?

Das Netzwerk Leichte Sprache stellt auf seiner Website eine Sammlung von Regeln sowie den gemeinsam mit dem BMAS erarbeiteten Ratgeber Leichte Sprache zur Verfügung. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit verweist ebenfalls auf diese Regelwerke und die DIN SPEC 33429 als aktuelle Empfehlung für Deutsche Leichte Sprache.

Muss ich alle Regeln einhalten, damit ein Text als Leichte Sprache gilt?

Die Regelwerke empfehlen, die Regeln möglichst vollständig einzuhalten, damit Texte von der Zielgruppe gut verstanden werden. Ob ein Text tatsächlich als Leichte Sprache gelten kann, entscheidet letztlich die Prüfung durch Menschen mit Lernschwierigkeiten; wenn diese den Text nicht verstehen, muss er überarbeitet werden.

Offizielle Quellen