PDF/UA-2: Der neue Standard ISO 14289-2

PDF/UA-2 ist die 2024 veröffentlichte ISO-Norm 14289-2 für barrierefreie PDF-Dokumente auf Basis von PDF 2.0. Der Standard legt fest, wie Tagged PDF in ISO 32000-2 eingesetzt werden muss, damit zugängliche digitale Dokumente mit PDF-Technologie erstellt werden können. Seit 2024 ist PDF/UA-2 damit der aktuelle Referenzstandard für neue PDF-2.0-Workflows. Für ältere PDF-1.x-Dokumente bleibt PDF/UA-1 der maßgebliche Standard.

Hinweis: PDF/UA-2 (ISO 14289-2) gilt für Dokumente auf Basis von PDF 2.0. Für ältere PDF-1.x-Dokumente bleibt PDF/UA-1 (ISO 14289-1) der Maßstab.

Was ist PDF/UA-2

ISO 14289-2:2024 beschreibt, wie das Portable Document Format nach ISO 32000-2 verwendet werden muss, um barrierefreie digitale Dokumente zu erzeugen. Der Kern der Norm ist Tagged PDF: Nur wenn die semantische Struktur eines Dokuments korrekt ausgezeichnet ist, können Hilfstechnologien Inhalte zuverlässig auslesen und wiedergeben. PDF/UA-2 ergänzt damit den bisherigen Standard PDF/UA-1 und bringt die Anforderungen in Einklang mit den neuen Funktionen von PDF 2.0. Die ISO hat die Norm im März 2024 veröffentlicht.

Was hat sich gegenüber PDF/UA-1 geändert

  • PDF/UA-2 bezieht sich auf ISO 32000-2 (PDF 2.0), während PDF/UA-1 auf PDF 1.7 aufsetzt.
  • Neue PDF-2.0-Strukturelemente werden berücksichtigt, darunter unter anderem Title, DocumentFragment, Aside und FENote.
  • Die Anforderungen an Strukturattribute und Anmerkungen sind umfassender beschrieben als in PDF/UA-1.
  • Die Regeln zur Beziehung zwischen Strukturelementen aus PDF 1.7 und PDF 2.0 sind präzisiert.
  • PDF/UA-2 enthält Anforderungen für neue Funktionen wie MathML, strukturbezogene Sprungziele und Associated Files.
  • Der Standard ist als Begleitstandard zu ISO 32000-2 formuliert und ersetzt PDF/UA-1 nicht pauschal, sondern erweitert den technischen Rahmen für PDF 2.0.

Tool-Unterstützung

PDF/UA-2 wird bereits von gängigen Prüfwerkzeugen und Arbeitsumgebungen unterstützt oder zumindest in aktuellen Workflows berücksichtigt. axesCheck prüft die maschinell verifizierbaren Anforderungen von PDF/UA und WCAG, und PAC ist das etablierte kostenlose Prüfwerkzeug für PDF/UA- und WCAG-Checks. axes4 beschreibt zudem, dass neue PDF/UA-2-Workflows mit aktuellen Prüfinstrumenten und PDF-Erzeugungsprozessen bearbeitet werden können. Für die praktische Qualitätssicherung bleibt die Kombination aus automatisierter Prüfung und manueller Sichtprüfung wichtig.

Für wen ist PDF/UA-2 relevant

Wer neue PDF-2.0-Dokumente erstellt, sollte PDF/UA-2 als technischen Zielstandard einplanen. Das gilt vor allem für Organisationen, die PDF-Workflows neu aufsetzen oder bestehende Erzeugungs- und Prüfprozesse auf den aktuellen ISO-Stand bringen möchten. Wer weiterhin PDF-1.x-Dokumente erzeugt oder ältere Bestände pflegen muss, kann mit PDF/UA-1 arbeiten; für Neuentwicklungen ist PDF/UA-2 jedoch die zeitgemäße Referenz. Für den rechtlichen Nachweis von Barrierefreiheit bleibt entscheidend, dass das gewählte PDF-Format inhaltlich korrekt getaggt und mit Hilfstechnologien nutzbar ist.

Häufige Fragen zu PDF/UA-2

Muss ich jetzt von PDF/UA-1 auf PDF/UA-2 umsteigen?

Ein sofortiger Zwang besteht für ältere PDF-1.x-Bestände nicht. Für neue PDF-2.0-Workflows ist PDF/UA-2 jedoch der aktuelle Standard und die bessere Grundlage für zukunftssichere Dokumente.

Was ist der Unterschied zwischen ISO 14289-1 und ISO 14289-2?

ISO 14289-1 ist der ursprüngliche PDF/UA-Standard für PDF 1.7, ISO 14289-2 ist die 2024 veröffentlichte Fassung für PDF 2.0. Beide verfolgen dasselbe Ziel, nämlich barrierefreie PDF-Dokumente, unterscheiden sich aber in der zugrunde liegenden PDF-Version und in den präzisierten Anforderungen.

Unterstützt PAC bereits PDF/UA-2?

PAC prüft die maschinell verifizierbaren Anforderungen von PDF/UA und kann damit auch für PDF/UA-2-Workflows als Prüfwerkzeug eingesetzt werden, sofern die zugrunde liegenden Kriterien abgedeckt sind. Für die abschließende Bewertung bleibt die manuelle Kontrolle unverzichtbar.

Offizielle Quellen