Test auf Barrierefreiheit: Webseiten prüfen lassen
Webseiten und Web-Applikationen können nach EN 301 549, BITV 2.0 und WCAG 2.2 auf Barrierefreiheit geprüft werden. Das Ergebnis ist ein professionelles Prüfprotokoll mit einer genauen Auflistung aller Fehler und – soweit möglich – Korrekturvorschlägen. So kann die Barrierefreiheit einer Webseite oder App gezielt und nachvollziehbar verbessert werden.
Was wird geprüft
Geprüft werden verschiedene webbasierte Angebote und Web-Applikationen, darunter klassische Webseiten, Learning Management Systeme und Videokonferenzsysteme. Als Grundlage dienen EN 301 549, BITV 2.0 und WCAG 2.2 – je nach Geltungsbereich des Angebots. Dabei wird sowohl die technische Umsetzung als auch die praktische Nutzbarkeit mit Hilfstechnologien bewertet.
Manuelle und automatische Prüfung
Eine vollständige Barrierefreiheitsprüfung besteht aus zwei Teilen. Automatische Werkzeuge können einen Teil der Fehler zuverlässig erkennen, etwa fehlende Alternativtexte oder bestimmte Kontrastprobleme. Viele Anforderungen lassen sich aber nur manuell beurteilen, zum Beispiel ob eine Textalternative inhaltlich sinnvoll ist, ob die Lesereihenfolge logisch ist oder ob eine Screenreader-Nutzung in der Praxis funktioniert. Die manuelle Prüfung durch erfahrene Fachleute ist deshalb unverzichtbar und ergänzt die automatische Analyse. Automatische Tools helfen dabei, schnell einen Überblick zu gewinnen und systematisch vorzugehen.
Gängige Prüfwerkzeuge
- axe: Browser-Erweiterung und API von Deque Systems zur automatischen Prüfung auf WCAG-Konformität. Axe wird häufig in Entwicklungs- und Testprozesse integriert und liefert zuverlässige, nachvollziehbare Ergebnisse.
- WAVE: Webbasiertes Prüfwerkzeug von WebAIM, das Barrierefreiheitsfehler und -warnungen direkt auf der geprüften Seite visualisiert. WAVE ist besonders für Einsteiger gut zugänglich.
- PAC: Kostenloser PDF Accessibility Checker von axes4 für die Prüfung von PDF-Dokumenten auf PDF/UA-Konformität. PAC unterscheidet automatisch und manuell prüfbare Punkte.
Das Prüfprotokoll
Das Prüfprotokoll enthält eine genaue Auflistung aller festgestellten Fehler mit Bezug auf die jeweilige Anforderung aus EN 301 549, BITV 2.0 oder WCAG 2.2. Wo möglich, sind Korrekturvorschläge enthalten, die eine direkte Nachbearbeitung erleichtern. So kann die Barrierefreiheit einer Webseite oder App gezielt und nachvollziehbar verbessert werden. Das Protokoll dient auch als Grundlage für die Erklärung zur Barrierefreiheit.
Häufige Fragen zum Test auf Barrierefreiheit
Nach welchen Normen wird geprüft?
Geprüft wird nach EN 301 549 als europäischem Referenzstandard, der WCAG als normativen Bestandteil enthält. Für öffentliche Stellen des Bundes in Deutschland ist die BITV 2.0 maßgeblich, die auf WCAG 2.1 verweist. Als aktueller technischer Stand gilt WCAG 2.2.
Was ist der Unterschied zwischen automatischer und manueller Prüfung?
Automatische Werkzeuge prüfen zuverlässig einen Teil der Anforderungen, erkennen aber viele inhaltliche und kontextuelle Barrierefreiheitsprobleme nicht. Manuelle Prüfung durch Fachleute ist deshalb notwendig, um eine vollständige und belastbare Aussage über die Barrierefreiheit eines Angebots zu erhalten. Beide Methoden ergänzen sich.
Was kostet eine Barrierefreiheitsprüfung?
Die Kosten hängen von Umfang und Komplexität des Angebots ab. Für eine fundierte Einschätzung empfiehlt sich eine direkte Anfrage, bei der der Prüfgegenstand und der gewünschte Prüfstandard beschrieben werden.