Allgemeines

Die neue Fassung der Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) 2.0 trat am 25. Mai 2019 in Kraft und setzt diejenigen Vorgaben der Richtlinie (EU) 2016/2102 über die Barrierefreiheit von Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen um, die nicht schon 2018 in das aktualisierte Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) aufgenommen wurden.
Sie gilt für alle öffentlich zugänglichen Webseiten des Bundes, aber auch für Stellen, die das Vergaberecht anwenden. Sie soll Webseiten auch für Menschen mit Behinderungen (z. B. gehörlos, blind u.ä.) bestmöglich zugänglich und benutzbar machen.

 

Nach § 3 Anzuwendende Standards sind:

  • die harmonisierten Normen, die im Amtsblatt der Europäischen Union genannt wurden
  • Soweit Nutzeranforderungen oder Teile von Angeboten, Diensten oder Anwendungen nicht von harmonisierten Normen abgedeckt sind, sind sie nach dem Stand der Technik barrierefrei zu gestalten
  • Für zentrale Navigations- und Einstiegsangebote sowie Angebote, die eine Nutzerinteraktion ermöglichen, beispielsweise Formulare und die Durchführung von Authentifizierungs-, Identifizierungs- und Zahlungsprozessen, soll ein höchstmögliches Maß an Barrierefreiheit angestrebt werden

 

Des Weiteren sollen nach § 4 Erläuterungen in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache bereit gestellt werden.

Inhalt der BITV 2.0 (2019):

Die BITV 2.0 (2019) beinhaltet 2 Anlagen:

 

Anlage 1 ist unterteilt in Priorität I (vergleichbar mit WCAG 2.1 Konformitätsstufe AA) und Priorität II (vergleichbar mit WCAG 2.1 Konformitätsstufe AAA). Zentrale Navigations- und Einstiegsangebote müssen alle Anforderungen der Priorität I und der Priorität II erfüllen. 

 

Anlage 2 ist eine Erweiterung der WCAG 2.1, wo die Anforderungen zur Berücksichtigung von Gebärdensprachfilmen und Texten in leichter Sprache gesondert aufgeführt werden.